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4. Oktober 2015

Gelesen: Das Spinoza-Problem

By | Was ich lese

Das Spinoza-Problem von Irvin D. Yalom ist ein Roman, der sich zwischen dem Philosophen Spinoza und dem Nazi Alfred Rosenberg hin und her bewegt. Der Verstoß von Spinoza aus der jüdischen Gemeinde und sein Beharren auf seiner Sicht auf Gott bilden einen Teil des Buches. Obwohl ich einmal Philosopie studiert habe, ist mir das Gedankengut Spinozas nicht geläufig gewesen. Grob kann man sagen, dass er Gott mit Natur, oder Substanz, gleichsetzt. Sich Gott menschenähnlich vorzustellen liegt ihm total fern. So sind für ihn die Bibel und alle daraus abgeleiteten Regeln und Bräuche nicht Gottes Werk sondern von Menschen gemacht, um die (Religions-)Gemeinschaft zu bilden und zu erhalten. Er lehnt die strikte Einhaltung der Regeln und Bräuche ab, weil sie mit einem Gott gefälligen Leben nichts zu tun haben („Gott hat besseres zu tun, als die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren“). Heute kommt uns das nicht mehr besonders radikal oder revolutionär vor, aber im 17. Jahrhundert war das selbst für die liberale jüdische Gemeinde in Amsterdam zu viel. Seine Bücher erschienen unter Pseudonym und wurden sowohl von der jüdischen Gemeinde als auch von der katholischen Kirche wegen Ketzerei verboten. Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit dem Nazi-Ideologen Rosenberg. Dieser…

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