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Was ich lese

Oxford-Kanal

Gelesen: Maigret und der Treidler der Providence

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Zum ersten Mal habe ich einen Maigret Krimi gelesen: Maigret und der Treidler der Providence. Dieser handelt von einem Mordfall am Canal latéral à la Marne. Eine Tote wird gefunden und sofort taucht der Leser mit Maigret in die Welt der Schiffer und Schleusenwärter ein. Eine Fremde Welt. Sie ist nicht nur mir fremd, sondern auch den Menschen, die im Krimi nah am Kanal leben und arbeiten. Obwohl in direkter Nachbarschaft, bleiben die Kanal-Leute für sich. Sie sind immer unterwegs, kennen sich aber alle. Es ist eine Zeit (die 1930er Jahre), in der die Motorisierung der Schiffe einsetzt. Die Kanäle werden von Lastkähnen mit den ersten Dieselmotoren genutzt, und gleichzeitig sind noch die die unmotorisierten Kähne unterwegs, die von Pferden mit ihren Treidlern gezogen werden. Die Motoren der neuen Kähne sind häufig noch so schwach, dass die Treidler diese überholen können. Trotzdem sind die Tage der Treidler gezählt. So sind sie die tragische Figuren des Krimis, die in enger Verbundenheit mit ihren Pferden ohne Wohnung in den Ställen am Kanal oder auf Schiffen leben. Die Tote ist die Ehefrau eines englischen Pensionärs, der mit einem Sportboot ebenfalls auf dem Kanal unterwegs ist. Mit modernen Krimis ist Maigret nur schwer zu vergleichen. Der Sprachstil…

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Nur der HSV

Die Liebe zum Fußball – gelesen: Fever Pitch von Nick Hornby

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Ich verstehe Fußball auch nach Fever Pitch von Nick Hornby nicht wirklich, aber zumindest ist mir das bedingungslose Fan-sein mal vor Augen geführt worden. Denn darum geht es in diesem Buch. Bedingungslos einem Verein treu zu sein. In Höhen und vor allem in Tiefen. Dabei wählt der Fan den Verein gar nicht. Vielmehr kommt der Verein über ihn, irgendwie, und dann läßt er nicht mehr los. So beschreibt Nick Hornby es. Er ist Arsenal verfallen. Einem Verein, der nicht sonderlich beliebt ist und für den er in der Schule gehänselt wird. Vielleicht ein bißchen so, wie Fan von den 60ern in München zu sein. Ich bin Fan vom 1. FC Köln. Aber natürlich nicht wirklich. In Fever Pitch werden Fans verachtet, die nicht mal die Namen der aktuellen Spieler wüßten. Die sind direkt entlarvt und können gar keine echten Fans sein. Ich bin genau so ein Fan vom 1. FC Köln. Bis vor kurzem war ich noch nie in einem Fußballstadion zu einem Ligaspiel. Für mich war Fußball immer zu sehr mit Gewalt verbunden. Aus meiner Jugend sind mit nur Hooligans und Randale in Erinnerung. Das ist sicher Unsinn, aber ich habe Tennis gespielt und Fußball war weit weg. Das hat sich mit dem deutschen Sommermärchen ein…

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Keine Angst vor Mathematik – Gelesen: Fermats letzter Satz von Simon Singh

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„Wir können uns Angst vor Mathematik nicht mehr leisten“ sagt Cathy O’Neil in einem SZ Interview. Die Nutzung von Big Data und Algorithmen breitet sich immer weiter aus, aber es fehlt bei vielen ein grundlegendes Verständnis über die dahinter liegenden Mechanismen. Mathe spielt dabei eine große Rolle, weil viele Verfahren auf komplexe Mathematik beruhen und Statistik verwenden. Auf O’Neils Buch „Weapons of math destruction“ bin ich schon gespannt. Wenn es im Sommer auf Deutsch erscheint, werde ich es mir mal anschauen. Gerade gelesen habe ich das Buch „Fermats letzter Satz“ von Simon Singh. Darin geht es um den Beweis eines mathematischen Satzes, den der Mathematiker Fermat vor mehr als 300 Jahren postuliert hat. Der Satz ist nicht schwer zu verstehen. Die meisten erinnern sich sicherlich an den Satz des Pythagoras: a2 + b2 = c2 Dieser gilt in jedem rechtwinkligem Dreieck. Das Quadrat über der Hypotenuse ist gleich der Summe der Quadrate über den Katheten. Für diesen Satz gibt es ganzzahlige Lösungen. Beispielsweise 3, 4 und 5. Der letzte Satz von Fermat sagt nun, dass es zwar für den Satz des Pythagoras ganzzahlige Lösungen gibt, aber nicht für die gleiche Formel mit höheren Potenzen. Seine Behauptung ist also, dass es für die Formel an…

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