Was ich erlebe

Schneeschuhwandern am Großglockner

By 24. Januar 2014 No Comments

Blick in Richtung GlorerhütteIn München kein Schnee in Sicht. Also sind wir am Wochenende in die Berge gefahren, um endlich mal etwas Wintergefühl zu bekommen. Allerdings mussten wir ziemlich weit fahren, weil auch in Österreichs Norden alles grün war. Unser Ziel war Kals am Großglockner. Gefahren sind wir über die Felberntauernstraße und bis zum Tunnel war kaum Schnee zu entdecken.

Überraschenderweise auf der anderen Seite des Tunnels schon. Die Bäume sind etwas kahl, weil es immer mal zu warm ist, aber Schnee gab es genug. Am Samstag wollten wir daher eine Schneeschuh Wanderung von der Luckneralm zur Lucknerhütte machen. Das ist eigentlich nicht so weit und nicht zu schwer bei ungefähr 300 Höhenmetern Differenz.

Keine Sicht mehrLeider gab es keinen Sonnenschein und Schneefall war gemeldet. In der Nacht hatte es ebenfalls ein paar Zentimeter geschneit und wir hatten schon die Befürchtung, dass wir mangels Spur den Weg gar nicht finden würden. Zum Glück sind kurz vor uns zwei Schneeschuh Wanderer gelaufen und wir konnten ihren Spuren folgen. Auf halber Strecke standen wir dann in einer Wolke und die Sicht war weg. Die Bilder geben es halbwegs wieder. Ein paar Meter konnten wir noch sehen, aber alles andere war Weiß. Keine Konturen und ein fast nicht auszumachender Weg. Da es auch noch schneien sollte, haben wir uns für den Rückweg entschieden.

Berge im Nebel

Das Wetter hat sich zwar gar nicht so dramatisch entwickelt, aber wir wollten einfach kein Risiko eingehen. Außerdem war die Lucknerhütte eh nicht offen, was den Ehrgeiz hinzukommen zusätzlich gemindert hat. Der Weg, den wir geschafft haben, kann im GPS Track nachgeschaut werden (siehe Track).

Weg zur GlorerhütteIn 2010 hatten wir wesentlich mehr Glück. Damals sind wir bei Spitzenwetter zur Glorerhütte aufgestiegen. Ebenfalls mit Schneeschuhen. Das ist doppelt so weit wie zur Lucknerhütte.  In 2010 war die Hütte offen und wir haben gut gegessen und getrunken, diesmal aber war sie geschlossen.

Das Wetter war während des ganzen Wochenendes eher trüb. Auch am Sonntag ließ sich die Sonne nicht blicken. Diesmal ohne Schneeschuhe haben wir eine kleine Wanderung durch den Wald gemacht. Der war schön anzusehen, aber ohne die Schneeschuhe war es arg mühsam vorwärts zu kommen.

Wald im Schnee

Immer wieder sind wir relativ tief in den Schnee eingesunken.

Auf dem Rückweg haben wir kurz in Kitzbühel gehalten und uns die Vorbereitungen für das Hahnenkammrennen angeschaut. Wie schon gesagt, gibt es auf der Seite quasi keinen Schnee und es ist auch zu warm für die Schneekanonen. Was macht man also, wenn ein Rennen stattfinden muss? Man bringt den Schnee per Hubschrauber auf den Berg. Am Sonntag waren 3 Hubschrauber im permanenten Einsatz. Von unten sah es so aus, als ob sie einzelne Schneebälle hochfliegen.

Streif(nweise Schnee)

Per Teleobjektiv (mit Vergrößerung) konnte man sehen, dass sie doch größer sind. Ich schätze mal so ca. 3m im Durchmesser. Ich weiß nicht, wie viele Schneebälle man braucht und was das kosten mag. Pervers ist es aber auf jeden Fall. Nach meinem Geschmack ist da eine Grenze überschritten. Kein Schnee, kein Rennen, basta. Aber da ist wohl zu viel Kommerz im Spiel.