Fotomarathon München 2014

Am Samstag war der dritte Fotomarathon in München und ich war das dritte mal mit dabei. Mit “München macht …” war das Thema allgemeiner als letztes Jahr. Damals ging es um â€œMia schau’n bayrisch!”, also um bayerische TV Serien. 

“München macht …” wurde in zwei Abschnitten wie folgt vervollständigt:

wolkig, heiter, ahnungslos, clever, verstopft, flutsch – zornig, verliebt, verlegen, gesellig, fromm, geil

Zu den 12 Aufgaben ist innerhalb von 8 Stunden je ein Foto zu erstellen. Dabei muss die Reihenfolge der Fotos eingehalten werden. Mehr zu den Bedingungen des Fotomarathons könnt ihr bei den Veranstaltern erfahren.

Meine Idee zum Thema des Fotomarathons

Für dieses mal hatte ich mir vorgenommen, eine Idee über die 12 Fotos durchzuhalten. Letztes Jahr hatte ich auch einen Plan, aber die Umsetzung war nicht konsequent genug. Das Thema und die Aufgaben erfährt man erst kurz bevor es losgeht und so musste die Idee spontan geboren werden. Und diese war dann zweierlei:

  1. ich verwandle das Thema des Fotomarathons â€œMünchen macht …” zu â€œMünchen, Macht, …”
  2. ich mache zu jeder Aufgabe eine Doppelbelichtung, die â€œMacht” und das Adjektiv visualisiert

Die Änderung des Themas birgt das Risiko, dass ein Zusammenhang zwischen den Aufgaben und den Bildern nicht mehr erkennbar ist. Ich interpretiere die Aufgaben aber eher als “Hinweis” auf einen möglichen, mit den Bildern verbundenen Gedanken und nicht als etwas, dass notwendigerweise auf den Bilder zu erkennen ist.

Die Umsetzung (1. Teil)

1. München, Macht, wolkig

Die Macht in München und Bayern hat die Landesregierung. Daher ist im ersten Bild der Bayerische Landtag, das Maximilianeum, abgebildet. Wolkig ist offensichtlich der Himmel. Aber wolkig ist auch das, was darin besprochen und entschieden wird. Also nicht von dieser Welt oder nicht klar oder nicht zu verstehen.

1. München, Macht, wolkig

2. München, Macht, heiter

Auch die Kirche hat Macht in München, selbst die evangelische Kirche. Daher habe ich die Lukaskirche fotografiert. Heiter macht die Isar bei schönem Wetter, vor allem der Isarstrand.

2. München, Macht, heiter

3. München, Macht, ahnungslos

Ahnungslos war und bin ich hinsichtlich einer Lieblingsbeschäftigung der Münchner: dem Klettern in den Bergen. Die vielen Wanderungen und Bergersteigungen die quasi alle außer mir schon gemacht haben, machen mir immer wieder deutlich, wie ahnungslos ich bin. Die Mitgliedschaft im Alpenverein macht es eher noch schlimmer. Der Alpenverein ist eine Macht in München, Bayern und den Alpen, dargestellt durch sein Museum, und der Wanderer symbolisiert meine Ahnungslosigkeit.

3. München, Macht, ahnungslos

4. München, Macht, clever

Clever wird man durch Bildung und Cleverness sehe ich eher in Richtung einer technischen Bildung. Das Deutsche Museum ist das Museum in München für die technische Bildung. Daher steht es für clever und für die Macht, denn Wissen ist Macht. Die Sonnengott-Quadriga in der Fassade symbolisiert dies für mich. Die wahre Bedeutung kenne ich allerdings nicht.

4. München, Macht, clever

5. München, Macht, verstopft

Verstopft ist München meist durch den Autoverkehr. Stau ist Normalzustand. Autos symboliseren und Automobilhersteller haben Macht. In München und Bayern vor allem BMW. (ich bin ja eher ein Tesla Fan!)

5. München, Macht, verstopft

6. München, Macht, flutsch

Ich habe keine Ahnung, was flutsch bedeuten soll. Aber meine spontane Assoziation war verbunden mit der Eisbachwelle und den Surfern dort. Direkt daneben steht das Haus der Kunst. Als Monumentalbau des nationalsozialistischen Regimes ist es deren Machtdemonstration gewesen.

6. München, Macht, flutsch

Soviel zu den ersten 6 Bildern des Fotomarathons. Die restlichen Bilder gibt es hier.

Die Sennerin

Auf dem Penningberg Eine Freundin hat nach dem Abitur eine Auszeit genommen und lebt drei Monate als Sennerin auf einem kleinen Almhütte in den Tiroler Bergen. Genauer auf dem Pennenberg. Ich muss zugeben, dass ich nur eine vage Vorstellung von den Abläufen in einem Kuhstall habe und nicht genau weiß, was eine Sennerin denn tut. Sie versorgt dort die Kühe im Stall und in den Unterständen. Nur die Kühe im Stall werden gemolken, die andern sind noch zu jung oder schon zu alt. Oder es sind Bullen oder Kälber. MelkschemelMorgens um 5 muss sie aufstehen und den Stall sauber machen. Dann wird das erste mal gemolken. Dabei wird von Hand vorgemolken (heißt bestimmt nicht so) und dann eine kleine tragbare Melkmaschine angeschlossen. Das ist alles eher ursprünglich. Da ist kaum Automation im Spiel. Selbst die Melkschemel, die draußen an der Wand des Stalles hängen, werden noch benutzt. Sie sind hier keineswegs überflüssig. Die Milch wird gesammelt und jeden zweiten Tag vom Bauern runter auf den Hof gebracht, wo sie von der Genossenschaft abgeholt wird.  Es wird keine Milch zu Butter oder Käse verarbeitet. Sennerin ist sie also im eigentlichen Sinn nicht, sondern eher Hirtin. Im StallÜber den Tag werden die Unterstände noch sauber gemacht. Außerdem wird das Heu eingebracht und in den Ställen und Unterständen verstaut. Gegen 4 am Nachmittag ist wieder das Ausmisten des Stalls dran und gemolken wird auch wieder. Die Kühe sind im Stall angebunden. Es ist also ein Anbindestall. Allerdings ohne einzeln abgetrennte Boxen für die Kühe. Beim Ausmisten wird der Kot auf das Gitter geschoben, wo er durchfällt und dann mit dem Harn in der Güllegrube gesammelt wird. Die Kühe sind nur tagsüber im Stall fixiert. Zwischen dem Melken am Abend und am Morgen werden sie auf die Almwiesen geführt. Das scheint den Kühen recht zu sein. Denn auch die Kühe in den Unterständen, die selbst entscheiden können, ob sie drinnen oder draußen sein wollen, stehen tagsüber im Unterstand. Im Sommer ist es den Kühen zu warm draußen und sie stehen lieber im Schatten. Sobald die Kühe im Stall losgemacht wurden, trotten sie langsam in Richtung Almwiese. Es gibt mehrere Almwiesen, die abwechselnd verwendet werden. Da die Kühe über Nacht draußen sind, müssen sie vor dem Melken morgens noch eingesammelt werden. Manchmal müssen sie auch gesucht werden, weil sie sich hinter einem Hügel verstecken. Freigang  Auf der Wiese Die Nähe zur den Tieren und die relative Isoliertheit vom normalen Leben macht das Arbeiten als Sennerin sicherlich zu einer tollen Erfahrung. Alles ist geregelt und die Einfachheit der Umgebung sorgt für kontinuierliche Beschäftigung. Da ist ein Abstand zwischen Schule und kommender Ausbildung zur geistigen Entspannung schnell geschaffen. Neben den regelmäßigen Tätigkeiten passiert natürlich auch aufregendes: alle paar Wochen wird ein Kalb geboren. Wir haben einen tollen Tag auf der Alm verbracht und freuen uns für die Sennerin. Ihr macht es sichtlich Spaß. Bestimmt schade, dass ihre Zeit auf der Alm bald schon vorüber ist. Kuh

Vorhang im Wald

Vorhang im WaldEin Vorhang verdeckt oder versteckt etwas. Was mag ein Vorhang im Wald verstecken?

Am Feiertag waren wir auf der Neureuth. Erst gegen Mittag sind wir von zuhause losgekommen und da ist der Aufstieg zum Berggasthof Neureuth gerade recht, weil er nicht zu lange dauert und trotzdem das Gefühl vermittelt, mal in den Bergen gewesen zu sein.

Auf dem Rückweg kurz vor dem Parkplatz haben wir dann im Wald diesen Vorhang gesehen. Keine Ahnung, wozu der gut ist, was er dort verdeckt oder versteckt. Er ist allerdings recht professionell angebracht und aus haltbaren Material, das auch auf Baustellen verwendet wird. Er muss also einen Zweck haben, der über eine einmalige Nutzung hinaus geht. Der Waldhang ist an der Stelle relativ steil und weder vor noch hinter dem Vorhang konnten wir etwas entdecken, was den Vorhang erklären würde (bis auf das zu erwartende, was aber sicherlich nicht der Grund für den Vorhang ist!). Für eine Vorstellung ist das Gelände zu unwegsam und für eine Performance zu einsehbar. Falls also jemand weiß, was der Vorhang dort macht, lasst es mich bitte wissen.

Tegernsee

Wir waren etwas spät auf der Neureuth und daher waren die Spinatknödel schon aus. Der Apfelstrudel mit Soße war ein guter Ersatz dafür und die Aussicht auf den Tegernsee wie immer tadellos. Gelaufen sind wir übrigens über die Strasse hoch und durch den Wald zurück (siehe hier).